Die Konstitution eines Menschen setzt sich zusammen aus angeborenen Anlagen und erworbenem Zustand. Daher ist die Konstitutionsbestimmung im Ayurveda nicht ganz leicht. Durch zahlreiche Veränderungsfaktoren ist die ursprüngliche natürliche Situation (Prakriti) überdeckt worden (Vikriti).

Ein ayurvedischer Arzt stellt über eine bestimmte Konstitutionsbestimmungs - Methode fest, ob ein Mensch ein Vata-, Pitta-, Kapha-Typ oder ein Mischtyp ist. Es gibt 7 Arten von Körperkonstitutionen und 16 Arten geistige Konstitutionen. Hier spielt die vedische Pulsdiagnose und gründliche Anamnese die entscheidende Rolle.

Vata – das kinetische Prinzip –

Luft & Äther: Trocken, leicht, kalt, subtil/fein, beweglich, rau. Die Hauptsitze im Körper: Harnblase, Taille, Oberschenkel, Knochen, Ohren, Tastsinn, Colon. Es gibt fünf Unterarten von Vata: Prana, Udana, Vyana, Samana und Apana. Vata Menschen sind zart und fein in der Körperstruktur, lebensfreundlich und besitzen ein empfindliches Gemüt. Sie vertragen feuchtkaltes Wetter sehr schlecht, haben eine trockene Haut, ihr Stuhlgang ist hart und sie neigen zu Verstopfung. Sie brauchen besonders warme und zart abgeschmeckte Nahrung. Die Geschmacksrichtung süß, sauer und salzig tut ihnen gut, wohingegen scharf, bitter und herb diesen Menschen nicht gut tut. Sie kommunizieren sehr gerne, telefonieren ständig, sind offen für Neues im Leben. Sie lieben die Sonne und sind die Kreativen und Intellektuellen einer Gesellschaft. Ist ihr Vata in ihrem Nervensystem zu hoch, durch zu viel Stress, dann kommt ihr ganzes System ins Ungleichgewicht. Das zeigt sich in physischen und psychischen Störungen wie z.b. Gewichtsabnahme und Schlaflosigkeit. In unserer heutigen "schnelllebigen" Zeit haben fast alle Menschen "Vata- Störungen". Diese lassen sich durch eine gesunde Lebensroutine, Meditation & Yoga, Spazierengehen mit Freunden an der frischen Luft und besonders durch frische wärmende, gesunde und bekömmliche Ernährung wieder beseitigen. Sollten die Störungen zu stark sein, empfiehlt es sich einen guten Ayurveda Arzt aufzusuchen.

Pitta – das thermische Prinzip –

Feuer & Wasser. Heiß, leicht ölig, scharf, beweglich, flüssig. Die Hauptsitze im Körper: Schweiß, Lymphe, Blut, Leber, Milz, Haut, Augen. Wir unterscheiden fünf Unterarten von Pitta: Pacaka, Ranjaka, Sadaka, Alocaka und Bhrajaka. Pitta Menschen sind von Natur aus sehr dynamische Menschen. Es ist ihre Natur, die sie ganz spontan zu Führungspersönlichkeiten werden lässt. Sie haben eine gute Grundkonstitution und werden von den Elementen Feuer und Wasser beherrscht. Sind sie in ihrem Gleichgewicht, sind sie der geborene "Winnertyp", strahlen eine natürliche Wärme aus und können andere gut begeistern. Ist aber ihr Grunddosha zu stark ausgeprägt oder stehen sie unter zu starkem Druck, werden sie leicht jähzornig, ungeduldig und wütend. Sie sind dann der typische Choleriker. So ist für diese Menschen ganz besonders wichtig in einer harmonischen Umgebung zu leben. Da sie sehr hektisch werden können, sind Meditation, gute Freunde und eine freundliche und geduldige Familie für sie die beste "Medizin". Sie sollten sich besonders vor Fleisch, scharfem Essen und vor hitzigen Gesprächen beim Essen hüten.

Kapha – das strukturelle Prinzip –

Erde & Wasser. Ölig, kalt, schwer, langsam, träge, weich, glatt, statisch, unbeweglich, schleimig, befeuchtend. Die Kapha Menschen sind die sogenannten "Gutmütigen", die Nichts und Niemand aus der Ruhe bringen kann. Sie haben eine kräftige, etwas zur Korpulenz neigende Figur. Die Elemente Wasser und Erde dominieren ihre geistige und körperliche Grundstruktur. Ihre Haare sind kräftig, leicht ölig, und oft haben sie schöne Naturlocken. Die Haut ist weich und blass, sie lechzen nach Sonne und Wärme. Befinden sie sich relativ in ihrem Gleichgewicht, so sind sie in ihrem Wesen geduldig, liebevoll, ausdauernd, friedvoll und weitsichtig. Deshalb können Kapha-Dosha Menschen gut mit Geld umgehen und es wird ihnen oft später im Leben durch diese Eigenschaften Reichtum beschieden sein. Haben diese Menschen jedoch zu viel von Kapha, dann sind sie träge, unmotiviert, verschlossen für Neues und isolieren sich von der "Welt". Yogaasanas, Pranayama, eine leichte Atemübung, leichte Meditation und besonders viel Bewegung bringt sie wieder in Schwung.

Geistige Konstitutionen:

  • Sattva – Prinzip von Harmonie, Frieden, Erkenntnis, Intelligenz
  • Rajas   – Prinzip von Leidenschaft, Egoismus, Verlangen, Macht
  • Tamas – Prinzip von Trägheit, Täuschung und Unwissenheit